Veränderung der Sprache

Im letzten halben Jahr hat sich unsere Sprache komplett verändert.

Einige Worte werden ganz neu und in anderem Sinn verwendet. Viele neue Wörter sind entstanden. Mir gefallen sie nicht. Hier mal eine Liste – die sicher nicht vollständig ist.

  • Abstand
  • AFD-nah
  • AHA-Regeln
  • Alltagsmaske
  • Aluhutträger
  • Beherbergungsverbot
  • Corona Hotspots
  • Corona-Rebellen
  • Corona-Test
  • Coronaleugner
  • Coronazis
  • Covidiot
  • Denunzianten
  • Hygiene
  • Hygienediktatur
  • Impfausweis
  • Impfzwang
  • Innerdeutsches Risikogebiet
  • Kontaktschuld
  • Kontaktverfolgung
  • Lockdown
  • Maskengegner
  • Maskenverweigerer
  • Mensch als Infektionsrisiko
  • Mörder
  • Neue Normalität
  • Pandemieleugner
  • Quarantäne
  • Rechtsextreme Nazischlampe
  • Reiseverbot
  • Risikogebiet
  • Schlafschaf
  • Solidarität
  • Verordnungswahn
  • Verschwörungsdullis
  • Verschwörungstheoretiker

Im wesentlich besteht unser Sprachgebrauch seit März aus Verboten, Regeln und Beschimpfungen. Und ja, das macht etwas mit uns allen.

Wenn schon Kindergartenkinder als erstes die sogenannten AHA-Regeln – Abstand, Hygiene, Alltagsmaske(das Wort gab es vor Mai nicht mal!) – lernen und ihnen beigebracht wird, dass miteinander Spielen, Umarmen und Singen schlecht sind, dann bekomme ich Angst vor der Generation, die wir da großziehen.

Wir Menschen leben von Nähe. Von Liebe. Von gemeinsamem Tun. Wir sind soziale Wesen. Menschen, die isoliert werden, sterben.

Und genau das passiert hier im Moment. Und wird auch noch als das einzig Wahre verkauft. Wie schrecklich.

Sprache wird sehr gezielt genutzt. Wenn man sich die Nachrichten mal kritisch anschaut, erkennt man, wie die Worte genutzt – oder besser benutzt/missbraucht – werden.

Beschimpfungsworte wie Coronaleugner, Verschwörungstheoretiker, Rechtsextreme werden so ganz geschickt in Zusammenhang gebracht mit Menschen, die sich einfach nur für ihre Grundrechte einsetzen. Damit erreicht man, dass Menschen, die sich von den Nachrichten berieseln lassen, davon ausgehen, dass es sich bei Menschen, die kritisch hinterfragen, genau um solche Menschen handelt.

Ich finde es extrem widerlich, was hier gemacht wird. Das führt dann nämlich zu massiven Beschimpfungen, wenn man einfach nur mal eine kritische Frage stellt.

Mir war vor März gar nicht bewusst, wie sehr die sogenannten Mainstream-Medien gleichgeschaltet sind und wie sehr manipuliert wird. Da ich schon über 10 Jahre gar kein Fernsehen mehr schaue und auch davor nur sporadisch, ist mir das entgangen.

Ich gebe zu, es fällt mir sehr schwer, ruhig zu bleiben, wenn ich mir jetzt so etwas mal anschaue. Aber da ich alle Seiten anhöre und anschaue, muss ich da ab und zu durch. Der Vorteil ist, man braucht nur einen Sender zu schauen und es ist auch völlig egal, welchen. Kommt sowieso überall dasselbe.

Seit März versuche ich, über Inhalte zu diskutieren. Es ist nicht möglich. Auch das wird auf ARD und Co. perfekt vorgemacht. Anstatt inhaltliche Fragen zu stellen, geht es darum, wer mit wem geredet hat, wem schon mal ein Interview gegeben hat, womöglich den „falschen“ Menschen umarmt hat, auf der gleichen Demo war, usw. Es geht nur noch darum, Menschen mit anderer Meinung in eine Ecke zu drängen.

Genau das spiegelt sich auf den „sozialen“ Medien wider. Anfangs war ich noch schockiert, inzwischen bin ich nur noch traurig über solche Kommentare:

„Ich habe nicht nachgezählt… Was mich allerdings wirklich zum kotzen bringt: Wir sind die Welle! Rechtsradikaler und typischer Nazi geht es nicht! Alle, alleine deswegen, wegsperren – lebenslang! Bis zum Tod – in Lagern bei schwerer körperlicher Arbeit!“

„natürlich sind das alles Spinner, kranke Hirne, Radikale oder Nazis.“

 “ Jeder kann sich informieren. Wer sich dafür entscheidet offizielle Zahlen als gelogen und unabhängige Journalisten als Lügenpresse zu betiteln, aber jedem dahergelaufenen rechten YouTuber zu vertrauen, der verhält sich nicht besorgt, sondern dumm. Und das muss man auch nicht ernst nehmen, sondern man darf auch sagen dass solch ein Verhalten auf den Demos asozial ist, Menschenleben kosten kann, egoistisch und saudämlich ist.“

All diese Kommentare sagen nichts über mich aus, sondern viel mehr über die Verfasser derselben. Ich versuche, immer sachlich zu bleiben. Immer wieder auf den Inhalt zu kommen. Ich biete an, mal über die Zahlen vom RKI zu diskutieren und über die verschiedenen Interpretationen.

Es ist nicht möglich. Es kommen immer nur solche Beschimpfungen.

Soll ich weitermachen? Soll ich weiter wichtige Inhalte teilen? Ja, denn immer, wenn ich mir denke: Es bringt eh nix, bekomme ich eine Nachricht von jemandem, der sich bedankt. Der auch kritisch denkt, aber sich nicht traut, öffentlich seine Meinung zu sagen. Dann mache ich doch wieder weiter.

Aber ich weiß nicht, wie lange ich noch Lust dazu habe. Mal schauen. Ich muss ja zum Glück nicht auf die Angriffe eingehen, wenn ich dazu keine Lust habe.

Einige der Wörter nehme ich vielleicht nochmal auseinander in den nächsten Tagen.

Merkst du auch, wie sich die Sprache verändert hat? Merkst du, wie sich die Menschen verändert haben?

Das mit der Distanz hat unsere Regierung auf jeden Fall richtig gut hinbekommen. Es wäre für die Herrschaften aber auch wirklich fatal, wenn auf einmal alle zusammenhalten. Ich fände es schön und würde mich drüber freuen. Zum Glück starten wir genau damit gerade bei der Gegenbewegung. Das macht Mut und gibt Hoffnung. Wir schaffen das.

Claudia

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