Keinen Bock

Gestern war es so weit. 9 Uhr abends und ich habe noch keinen Beitrag geschrieben. Und ich hatte echt keinen Bock mehr drauf.

Ich habe die Wahl

Muss ich das dann trotzdem tun? Nur damit ich mein Kreuzchen bei der Challenge machen kann?

Nein! Die Antwort ist für mich ganz klar. Ich muss keinen Beitrag schreiben.

Wie immer im Leben, habe ich die Wahl. Es ist meine Entscheidung. Und ich muss mich auch nicht schlecht fühlen, wenn ich mich dann dagegen entscheide.

Ich darf mir erlauben, auch mal keinen Bock zu haben. Und dann einfach etwas nicht zu tun.

Das war nicht immer so!

Na, klar! Natürlich hatte ich in Wirklichkeit schon immer die Wahl. Aber eben doch nicht. Weil ich mich nicht getraut habe.

Diese verflixten Glaubenssätze, die ganz tief eingebrannt sind:

  • Wenn du das nicht tust, bist du faul.
  • War ja klar, du kriegst nix zu Ende.
  • Was man sich vornimmt, muss man auch durchziehen.

Kennst du solche und ähnliche Glaubenssätze auch?

Gar nicht so einfach, sich davon zu befreien.

Ausgebrannt

Nachdem ich es vor einigen Jahren mit diesen Glaubenssätzen geschafft habe, mich richtig krank zu machen, habe ich daran gearbeitet.

Ich habe erkannt, dass das keinen Sinn macht.

  • Ich leiste jeden Tag sehr viel.
  • Ich habe das Recht auf Freizeit und Erholung.
  • Ich darf auch einfach mal „nein“ sagen.
  • Es ist völlig in Ordnung, wenn mal etwas liegen bleibt.
  • Es darf leicht sein und Spaß machen.

Das Training mit positiver Verstärkung hat mein Leben verändert

Ich habe eine Menge Bücher gelesen zum Thema „Positiv denken“, „Mindset“, etc. Als ich am völligen Tiefpunkt angekommen war und gar nichts mehr ging, habe ich einen tollen einwöchigen Workshop zur Verhaltensänderung mitmacht bei Falk Mieschendahl. Im Gegensatz zu den Sitzungen bei meiner Psychologin, bei der ich immer das Gefühl hatte, ich muss sie fragen, wie ich ihr helfen kann, war der Workshop mein Start in ein neues Leben.

Dort habe ich den Mut gefasst, mich nur noch auf mein Herzensbusiness – die Hunde – zu konzentrieren. Und meinen ach so sicheren Job, der jeden Monat das Gehalt einbringt, zu kündigen.

Was mir bei meiner weiteren Entwicklung sehr geholfen hat, war und ist das Training mit positiver Verstärkung. Viele der Dinge, die ich beim Hundetraining mit positiver Verstärkung gelernt habe, sind inzwischen Bestandteil meines Lebens geworden.

Ja, ich habe die Wahl

Das Tier hat immer die Wahl. Wenn ich keine Leine am Hund habe und ihn rufe, kann er kommen oder nicht. Er hat die Wahl.

Kommt er nicht, habe ich die Wahl. Ich kann nochmals rufen. Und nochmals. So oft ich will. Ich kann aber auch ruhig sein. Ich kann einfach gehen. Ich kann versuchen, ihn einzufangen. Ich kann mit ihm schimpfen, wenn er vielleicht doch endlich mal kommt. Ich kann ihn loben, wenn er endlich kommt.

Was ich damit sagen will: Wir alle – jeder Einzelne – hat jederzeit die Wahl.

Dein Job stinkt dir? Du musst da nicht hingehen. Es ist deine Entscheidung.

Oh ja, wir müssen mit den Folgen unserer Entscheidungen leben. Aber ganz ehrlich. Jeder hat jeden Tag immer wieder die Wahl, was er tut oder auch nicht tut.

Und wenn du dir das eingestehst, übernimmst du die Verantwortung für dich. Und schiebst sie nicht mehr auf jemand anders.

Ich habe mich entschieden

Ich habe mich gestern abend entschieden, keinen Blog-Beitrag mehr zu schreiben. Weil ich keinen Bock hatte. Und weil dabei eh nichts mehr rausgekommen wäre. Und ich hatte kein schlechtes Gewissen. Sondern ich fühle mich ganz wunderbar.

Heute morgen konnte ich diesen Beitrag mit Leichtigkeit schreiben. Und er ist bestimmt viel besser geworden als alles, was ich da gestern abend noch versucht hätte, auf die Reihe zu kriegen.

Wie ist das bei dir? Triffst du deine Entscheidungen bewusst? Oder jammerst du und machst andere dafür verantwortlich, dass du ja dies „musst“ und jenes „musst“.

Dann starte doch mal damit, dass du musst durch willst ersetzt. 😉 Hört sich zumindest schon mal besser an. Und ist ein erster Schritt.

Schönen Sonntag

Claudia

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